Symposium - BACH ad infinitum

Auch 2026 findet wieder ein wissenschaftliches Symposium im Rahmen der Greifswalder Bachwoche statt. Dieses Jahr werden die Perspektiven der Musikpädagogik, Musikwissenschaft, Theologie und künstlerischer Praxis zu einem lebendigen Dialog zusammengeführt.
Der Hauptvortrag „Begegnungen mit BACH: Ein Versuch über den Zauber des Unverfügbaren“ ist Auftakt eines Symposiums, welches die unbegrenzten Dimensionen der Musik Bachs und seines Zeitgenossen Heinrich Ignaz F. v. Biber erkundet. Im Zentrum stehen die mystische Kraft, das spirituelle Potenzial und die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten dieser Musik. Zwischen Klang, Zeit und Transzendenz eröffnet sich ein Resonanzraum, in dem Musik jenseits des Irdischen spürbar wird. Aspekte wie Unendlichkeit, das Schweben zwischen „noch nicht“ und „nicht mehr Sagbarem“ sowie die phänomenale Vielschichtigkeit einiger Kompositionen werden diskutiert und am Beispiel der Biberschen Mysteriensonaten erfahrbar gemacht sowie durch einen theologisch verankerten Blick auf 80 Jahre Geschichte der Bachwoche ergänzt.

Das Symposium ist eine Kooperationsveranstaltung der Greifswalder Bachwoche mit dem Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Unviersität Greifswald und dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald.

Konzeption und wissenschaftliche Leitung: PD Dr. Simone Heilgendorff (Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft, Unviersität Greifswald)

 

Programm

11.30 bis 13.00 Uhr – Hauptvortrag
Begegnungen mit BACH: Ein Versuch über den Zauber des Unverfügbaren 
Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt (Pädagogische Hochschule Heidelberg, Musikpädagoge und Musikwissenschaftler) 

Wenn wir die Musik von Johann Sebastian Bach hören, dann fühlen wir uns tief in unserer Kultur verankert. Als zeitloses Fundament geben uns seine populären Allzeit-Hits auch ohne ein explizites Vorwissen Halt, die unerschütterliche Logik und mathematische Ordnung seiner Musik verspricht uns strukturelle Sicherheit, manchem wird seine Musik gar zum liturgischen Ritual.
Im Rahmen dieses Vortrags begeben wir uns auf die Suche nach dem „fernen Bach“ (Wolfgang Hildesheimer). Dazu gehören die Interpretationswege, die versuchen, zeitliche und künstlerische Distanzen zu überwinden, Transformationen, die seine Musik mit zeitgenössischen Kompositionen verweben oder dekonstruieren. Dies leitet uns in eine klingende, unberechenbare Verbindung mit der nicht-verfügbaren Welt: „Lebendigkeit entsteht nur aus der Akzeptanz des Unverfügbaren“ (Hartmut Rosa). Das Wechselspiel zwischen Verfügbarkeit und Unverfügbarkeit ist nicht nur für die Musik konstitutiv, als notwendige Bedingung für eine gelingende Weltbeziehung durchwebt es unser Leben insgesamt.

14.00 bis 17.30 Uhr – Symposium
Mit Bach – zum Unendlichen. Die Greifswalder Bachwoche als Verkündigung 
PD Dr. Tilmann Beyrich (Pastor am Dom St. Nikolai, Greifswald) 

Bibers Mysteriensonaten 
Georg Kallweit (Geiger/Urban Strings, Melzowin der Uckermark) 

Pause

Alles außer altbacken. Bachs Choralbegriff 
Dr. Christine Blanken (Musikwissenschaftlerin und Kirchenmusikerin, Bach-Archiv Leipzig) 

Bach in my music: Overcoming our distance of time and space in a composer‘s perspective 
Impulsvortrag und Gespräch mit der Komponistin Professorin Dr. Larisa Vrhunc (Universität Ljubljana/Slowenien)

Um Anmeldung wird gebeten!
https://www.wiko-greifswald.de/programm/allgemeines/veranstaltungskalender/veranstaltung/n/bach-ad-infinitum-270047/ 

Organisator

  • Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft

Veranstaltungsort