Prof. Dr. Walter Werbeck

Professur für Musikwissenschaft

Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft
Bahnhofstraße 48/49
Hausanschrift: 17489 Greifswald
Postadresse: 17487 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 420 3522
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werbeck(at)uni-greifswald(dot)de

Sprechstunde:

Donnerstag, 18-20 Uhr.

Vita

Walter Werbeck, 1952 in Bochum geboren, studierte Schulmusik für Gymnasien (1. Staatsexamen), Kirchenmusik (A-Prüfung) und Klavier (Staatl. Prüfung für Musiklehrer) an der Hochschule für Musik in Detmold, außerdem Geschichte (bei Hans Ulrich Wehler und Klaus Schreiner) an der Universität Bielefeld, anschließend Musikwissenschaft (bei Arno Forchert) am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn. 1987 wurde er mit einer Dissertation "Studien zur deutschen Tonartenlehre in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts" promoviert (die Arbeit erschien unter dem gleichen Titel 1989 im Bärenreiter-Verlag Kassel im Druck, als Bd. 1 der "Detmold-Paderborner Beiträge zur Musikwissenschaft"). 1995 habilitierte er sich an der Universität Paderborn mit einer Arbeit über "Die Tondichtungen von Richard Strauss". Sie ist 1996 im Verlag Hans Schneider (Tutzing) erschienen (als Bd. 2 der "Dokumente und Studien zu Richard Strauss").

Nach Jahren als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn und Vertretungsprofessuren in Bonn, Basel, Detmold/Paderborn und Kiel lehrt Werbeck seit 1999 als Professor für Musikwissenschaft mit einem Schwerpunkt in der Kirchenmusik am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Universität Greifswald. Hier führt er die regelmäßigen Tagungen zur „Musica Baltica“ fort und gehört zu den Herausgebern der „Greifswalder Beiträge zur Musikwissenschaft“. Von 2006 bis 2008 war er Studiendekan der Philosophischen Fakultät.
2003 wurde Werbeck zum Präsidenten der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft gewählt. Er ist Herausgeber des „Schütz-Jahrbuchs“ sowie Editionsleiter der „Neuen Schütz-Ausgabe“, er gehört dem Editionsbeirat der Ausgabe der Werke Georg Philipp Telemanns ebenso an wie der Kommission für die Kritische Ausgabe der Werke von Richard Strauss. Außerdem ist er Mitglied im Beirat der Gesellschaft für Musikforschung sowie im Vorstand des Vereins „Heinrich Schütz in Dresden“. 2008 und erneut 2012 wurde er ins Fachkollegium 103 – Kunst-, Musik-, Theater- und Medienwissenschaften – der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewählt.

Arbeitsgebiete

Zu seinen Hauptarbeitsgebieten gehören die ältere Musiktheorie sowie die Musikgeschichte des 17. bis frühen 20. Jahrhunderts, mit Schwerpunkten zu Leben und Werk von Heinrich Schütz und Richard Strauss.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Bücher:

Studien zur deutschen Tonartenlehre in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Kassel u.a. 1989 (= Detmold-Paderborner Beiträge zur Musikwissenschaft 1)
Die Tondichtungen von Richard Strauss, Tutzing 1996 (= Dokumente und Studien zu Richard Strauss 2)


Aufsätze:

Zum Tonartenverständnis der deutschen Musiktheorie in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, in: Schütz-Jahrbuch 12 (1990), S. 131-149
Musikgeschichte ohne Denkmäler. Ein Abriß über Musik und Musikleben in Westfalen von der Reformation bis ins 19. Jahrhundert, in: Programmheft des Westfälischen Musikfestes 1990, veranstaltet vom WDR und den Städten Bielefeld, Detmold, Gütersloh, Herford, Bad Salzuflen in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium des Landes NRW, S. 7-15

"Macbeth" von Richard Strauss. Fassungen und Entstehungsgeschichte, in: Archiv für Musikwissenschaft 50 (1993), S. 232-253

Heinrich Schütz und der Streit zwischen Marco Scacchi und Paul Siefert, in: Schütz-Jahrbuch 17 (1995), S. 63-79

Die Rolle der Instrumente im Werk Johann Hermann Scheins, in: Schütz-Jahrbuch 19 (1997), S. 55-69

Librettovertonung oder Tondichtung? Bemerkungen zur Musik von Richard Strauss' "Feuersnot", in: Die Musikforschung 51 (1998), S. 15-24

Tempo und Form bei Mahler und Strauss, in: Jahrbuch des Staatlichen Instituts für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz 1998, S. 210-224

Richard Strauss und Paul Wittgenstein. Zu den Klavierkonzerten für die linke Hand "Parergon zur Symphonia domestica" op. 73 und "Panathenäenzug" op. 74, in: Österreichische Musikzeitschrift 54 (1999), H. 7/8, S. 16-25

Eine Komposition im "alten Stil"? Bemerkungen zu Schönbergs "Variationen über ein Rezitativ für Orgel" op. 40, in: Helen Geyer u. a. (Hrsg.), "Denn in jenen Tönen lebt es". Wolfgang Marggraf zum 65., Weimar 1999, S. 299-327

"Schlagobers": Musik zwischen Kaffeehaus und Revolution, in: Richard Strauss-Blätter, Neue Folge 42 (Dezember 1999), S. 106-120

Nur Jugendwerke und "Handgelenksübungen"? Zu Richard Strauss' Kompositionen für Holzbläserensembles, in: Chr.-H. Mahling u. a. (Hrsg.), Zur Harmoniemusik und ihrer Geschichte, Mainz 1999
(= Schloß Engers. Colloquia zur Kammermusik 2), S. 225-240

"… ganz anders" als Beethoven? Das Finale der 1. Sinfonie von Johannes Brahms, in: Bernd Sponheuer u. a. (Hrsg.), Rezeption als Innovation. Untersuchungen zu einem Grundmodell der europäischen Kompositionsgeschichte. Festschrift für Friedhelm Krummacher zum 65. Geburtstag, Kassel u. a. 2001 (= Kieler Schriften zur Musikwissenschaft 46), S. 305-322

Oper und Symphonie. Zur formalen Konzeption von Intermezzo, in: Richard Strauss-Blätter, Neue Folge 45 (Juni 2001), S. 109-123

Die Sonatenform in Mahlers frühen Symphonien, in: Bernd Sponheuer u. a. (Hrsg.), Gustav Mahler und die Symphonik des 19. Jahrhunderts. Referate des Bonner Symposions 2000, Frankfurt/Main u. a. 2001 (= Bonner Schriften zur Musikwissenschaft 5), S. 49-62

Richard Strauss und die musikalische Moderne, in: Bernd Edelmann u. a. (Hrsg.), Richard Strauss und die Moderne. Bericht über das Internationale Symposium München, 21. bis 23. Juli 1999, Berlin 2001 (= Veröffentlichungen der Richard-Strauss-Gesellschaft 17), S. 31-50

[Gustav Mahler], IV. Symphonie in G-Dur. Werkbetrachtung und Essay ("Ein Als-Ob von der ersten bis zur letzten Note"; Das Ende des romantischen Zeitalters in der Musik), in: Gustav Mahlers Symphonien: Entstehung - Deutung - Wirkung. Im Auftrag des Bayer. Rundfunks hrsg. v. Renate Ulm, Kassel, München 2001, S. 128-138 u. 141-149

Revolution und Musik. Richard Strauss und die Weimarer Republik, in: Wolfgang Rathert u. Giselher Schubert (Hrsg.), Musikkultur in der Weimarer Republik, Mainz u. a. 2001 (= Frankfurter Studien 8), S. 66-81.

Zwischen nordischem Ton und eigenem Stil: Die Lieder von Edvard Grieg, in: Ekkehard Ochs u. a. (Hrsg.), Lied und Liedidee im Ostseeraum zwischen 1750 und 1900, Frankfurt/Main 2002 (= Greifswalder Beiträge zur Musikwissenschaft 10), S. 263-283


Artikel:

Bull, John, S. 107 f.; Byrd, William, S. 116-119; Dowland, John, S. 216 f.; in: Horst Weber (Hrsg.), Metzler Komponisten Lexikon, Stuttgart 1992

Instrumentalmusik, in: Historisches Wörterbuch der Rhetorik, hrsg. von Gert Ueding, Band 4, Tübingen 1998, Sp. 433-444


Editionen:

Johann Hermann Schein, Opella nova. Ander Teil Geistlicher Konzerten 1626, Kassel 1986 (= Johann Hermann Schein, Neue Ausgabe sämtlicher Werke, hrsg. von Arno Forchert, Band 5).

Schütz-Jahrbuch. Hrsg. im Auftrage der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft, Band 19ff. (1997ff.)

Richard Strauss, München. (Ein Gelegenheitswalzer) für Orchester, Frankfurt u. a. 1998

Richard Strauss, Musik zu "Lebende Bilder" […] für Orchester, Frankfurt u. a. 1998

Richard Strauss, Konzert d-Moll für Violine und Orchester op. 8, Wien-London 1999 (Philharmonia Partituren PH 549)

Greifswalder Beiträge zur Musikwissenschaft, hrsg. zusammen mit Ekkehard Ochs, Peter Tenhaef und Lutz Winkler, Band 10ff. (2002ff.)

Lied und Liedidee im Ostseeraum zwischen 1750 und 1900, Frankfurt/Main 2002 (= Greifswalder Beiträge zur Musikwissenschaft 10
außerdem zahlreiche Rezensionen, vor allem in der von der Gesellschaft für Musikforschung herausgegebenen Zeitschrift Die Musikforschung (Kassel u. a.)